Schutzkonzept
Konzept der Maximilianschule zur Prävention und Intervention von Gewalt
(Schulkonferenzbeschluss vom 14.01.2026)
1. Leitbild
Die Schüler:innen der Maximilianschule sind in der schulischen Einrichtung, im Unterricht und während der Teilnahme an außerunterrichtlichen Angeboten, die in Kooperation mit der Schule stattfinden, vor (sexuellem) Missbrauch, körperlicher, seelischer und gesundheitlicher Vernachlässigung und Misshandlung sowie jeglicher Form von grenzverletzendem Verhalten geschützt. Dieser Schutz gilt für alle an der Schule Mitwirkenden auf die gleiche Weise. So wird die Maximilianschule zu einem wertschätzenden Raum für alle.
Dies bedeutet:
- Prävention von grenzverletzendem Verhalten durch Lehrkräfte, Mitschüler:innen und alle in der Schule tätigen Mitarbeitenden, z. B. Hausmeister, OGS-Mitarbeitende, Sekretärinnen und Sekretäre…
- Prävention von grenzverletzendem Verhalten gegenüber Lehrkräften, Mitschüler:innen und allen in der Schule tätigen Mitarbeitenden, z. B. Hausmeister, OGS-Mitarbeitende, Sekretärinnen und Sekretäre…
- Prävention von sexuellem Missbrauch, Misshandlung und Vernachlässigung durch unmittelbar in der Schule tätige Personen sowie durch Dritte (z. B. Eltern)
„Wir sind stark und sozial – Maxigenial.“ Unser Ziel an der Maximilianschule ist, allen Schüler:innen ein wertebasiertes Sozialverhalten zu vermitteln und dieses zu fördern.
Dabei stehen Werte wie Toleranz, Gleichberechtigung, Empathie, Verantwortung und Mut im Mittelpunkt. Die Schüler:innen sollen in die Lage versetzt werden, achtsam und empathisch zu handeln und sich für andere einzusetzen. Zudem vermitteln wir einen konstruktiven und gewaltfreien Umgang mit Konflikten. Dabei kommt der Einhaltung der Schulregeln eine zentrale Rolle zu.
2. Risikoanalyse
Die Risikoanalyse dient als wichtiges Instrument, um Gefahrenpotenziale, potenzielle Gelegenheitsstrukturen sowie Schutzbedarfe zu erkennen. Bei der Erstellung des Schutzkonzepts wurden auch Eltern und Schüler:innen befragt. Ziel der Befragung war es herauszufinden, zu welchen Zeiten und
in welchen Situationen Kinder sich in der Schule oder auf dem Schulhof unwohl fühlen. Deshalb planen wir eine erneute Befragung in einem Turnus von zwei Jahren. Das Wohl unserer Kinder umfasst auch die Prüfung von Organisationsstrukturen und täglichen Abläufen in der unmittelbaren Umgebung der Schüler:innen auf Risiken und Schwachstellen, die (sexuelle) Gewalt begünstigen oder ermöglichen könnten. Zur unmittelbaren Umgebung der Kinder gehören neben der Schule auch das häusliche Umfeld.
Die Ergebnisse der Risikoanalyse bezüglich schulischer Gegebenheiten bilden eine wesentliche Grundlage für die Entwicklung unseres Konzepts und dienen der Weiterentwicklung präventiver Maßnahmen in unserer Schule. In die Auswertung fließen folgende Personengruppen ein:
- das multiprofessionelle Team
- alle Schüler:innen
- alle Eltern bzw. Erziehungsberechtigten
Die Auswertung der Fragebögen zum Ende des Schuljahres 2024/2025 hat Handlungsbedarf in drei Feldern aufgezeigt. Diese Felder werden je nach Standort wie folgt bearbeitet:
- Wahrgenommene mangelnde Präsenz von Aufsichtspersonal an beiden Standorten:
In Werries werden zu Beginn und am Ende der Pausen jeweils eine Aufsicht pro Treppenhaus eingesetzt.An beiden Standorten werden Aufsichtsschwerpunkte definiert und entsprechend Fachkräfte zugewiesen. Zur besseren Sichtbarkeit tragen die Aufsichtspersonen in Werries künftig Warnwesten.
- Unwohlsein in den Toilettenräumen:
Die Toilettensanierung am Standort in Werries steht im nächsten Haushalt der Stadt. Da dieser jedoch noch nicht verabschiedet ist, ist eine weitere valide Aussage dazu erst im Frühjahr 2026 möglich. Am Standort in Uentrop kommt es durch ältere Schüler:innen, die „Gruselgeschichten“ über die Toilettenräume erzählen, zu Einschüchterungen bei den Schulanfänger:innen. Hier wirkt das Personal entsprechend präventiv auf die Kinder ein und geht in den ersten Wochen bei Bedarf mit. - Schulhof- und Wegebeleuchtung an beiden Standorten:
Ein entsprechender Antrag auf Lampen und Bewegungsmelder wird gestellt.
3. Interventionsplan
Die Maximilianschule legt großen Wert darauf, jeder Vermutung bzw. jeder Mitteilung über eine Beeinträchtigung des Kindeswohls mit größtmöglicher Sorgfalt, Umsicht und Diskretion nachzugehen. Zum Schutz der Mitarbeitenden haben wir auf Basis der Interventionspläne der Schulberatungsstelle der Stadt Hamm eigene Interventionspläne entwickelt. Sie sollen fachliches Handeln gewährleisten und der Schulleitung sowie dem multiprofessionellen Team Orientierung und Handlungssicherheit geben.
Wichtige Grundsätze:
- Ruhe bewahren und nicht überstürzt handeln (unüberlegtes oder ungeprüftes Handeln kann das Opfer belasten).
- Das Zugehörte vertraulich behandeln, dem Opfer aber gegebenenfalls erklären, dass man sich Unterstützung holen wird.
- Dokumentation: Immer Notizen mit Datum und Uhrzeit anfertigen. Zunächst reichen Stichpunkte (s. Formular im Notfallordner), später kann daraus mehr formuliert werden.
- Es ist wichtig, sich nicht allein der Problematik zu stellen, sondern sich Hilfe zu holen.


4. Verhaltenskodex
Erziehungsvereinbarungen und Regeln der Maximilianschule
Im Erziehungskonzept der Maximilianschule sind Schulregeln für ein gelingendes Miteinander vereinbart worden. In Bezug auf den Schutz aller Kinder und Mitarbeitenden ist besonders die folgende Regel hervorzuheben:
- Ich bin freundlich zu anderen.
Weitere Schul- und Klassenregeln werden den Erziehungsberechtigten und Kindern über den Schulplaner oder den Aushang im Klassenzimmer transparent gemacht. Bei grobem Vergehen kann ein Kind sofort auf der Klassenampel auf „rot“ springen. Bei Eigen- oder Fremdgefährdung (auch verbal) werden die Eltern telefonisch darüber informiert, ihr Kind aus der Schule abzuholen.
Adäquate Gestaltung von Nähe, Distanz und Körperkontakt
Körperliche Kontakte müssen altersgerecht und angemessen sein (z. B. kurze freundliche Umarmungen bei Begrüßungen, anerkennendes Schulterklopfen, Arm um die Schulter legen bei Schmerz oder Kummer…). Voraussetzung ist die freie oder ausdrücklich geäußerte Zustimmung der Kinder. Ablehnung körperlicher Kontakte wird respektiert. In Streit- und Gefahrensituationen sind Kontakte zulässig, die dem Schutz der Schüler:innen oder uns selbst dienen. Wir setzen Grenzen, wenn Kinder zu viel Nähe suchen und kommunizieren unsere Befindlichkeiten.
Sprache und Wortwahl
Durch bestimmte sprachliche Äußerungen können wir Menschen in ihrer Würde verletzen. Daher legen wir großen Wert auf wertschätzende Kommunikation, um das Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein der Schüler:innen und aller Beteiligten zu stärken.
- Wir wählen unsere Sprache so, dass die individuellen Grenzempfindungen der Kinder gewahrt und geachtet bleiben.
- Wir verwenden in keiner Form sexualisierte Sprache oder Gestik.
- Wir pflegen einen respektvollen Umgang und dulden keine unangemessenen, bloßstellenden, beleidigenden oder sexualisierten Äußerungen innerhalb der Schulgemeinschaft.
- Wir achten bei nonverbalen Signalen auf Angemessenheit und Gewaltfreiheit.
Umgang mit digitalen Medien und sozialen Netzwerken
Der verantwortungsbewusste Umgang mit digitalen Medien dient der Förderung der Medienkompetenz. Dabei beachten wir die datenschutzrechtlichen Vorgaben und die Bestimmungen zum Jugendschutz.
- Foto-, Film- und Tonaufnahmen fertigen wir nur mit Zustimmung des pädagogischen Personals, der Schüler:innen und deren Erziehungsberechtigten an. Für die Veröffentlichung (Homepage, Fotowand der Schule, Plakate im Schulgebäude, …) holen wir (bei Schulanmeldung) eine Einverständniserklärung ein.
- Die Benutzung von Handys und Smartwatches ist auf dem Schulgelände nicht gestattet. Diese Geräte sind im Tornister zu belassen bzw. beim Betreten der Aula in den Tornister zu verstauen. Vergessen die Kinder dies, werden sie durch das multiprofessionelle Team erinnert. Bei Benutzung werden die Geräte von den Mitarbeitenden eingesammelt und am Ende des Schultages an die Kinder zurückgegeben. Bei schwerem Fehlverhalten oder wiederholter Benutzung werden die Geräte den Eltern zurückgegeben. Schilder mit dem niederschwelligen Hinweis, dass Handys und Smartwatches in den Tornister gehören, werden aufgehängt. In Notfällen werden die Eltern über das Sekretariat oder Lehrkräfte informiert.
- Gefahren im Umgang mit digitalen Medien werden im Medienkonzept thematisiert.
Beachtung der Intimsphäre bei Umkleidesituationen
Der Schutz der Intimsphäre ist uns wichtig. Klare Verhaltensregeln und eine reflektierte Sensibilität der Aufsichtspersonen sind erforderlich. Allgemeine gesellschaftliche Normen und individuelle Grenzen sind zu beachten. Das bedeutet:
- Umkleidebereiche vor und nach dem Schwimm- bzw. Sportunterricht sind geschlechtergetrennt.
- Das Betreten von Intimität indizierten Räumen wird vorab deutlich signalisiert (z.B. durch Klopfen).
- Das Schamgefühl der Kinder wird ernstgenommen und nicht kommentiert.
Ordnungsmaßnahmen
Erzieherische Einwirkungen und Ordnungsmaßnahmen finden sich in unserem schuleigenen Erziehungskonzept wieder.
5. Präventionsangebote
– altersangemessene Informationen und präventive Erziehungshaltung
Wir definieren Prävention als die Vermeidung von Krisensituationen, indem wir die Persönlichkeit sowie die Haltung von Kindern, Eltern und dem MPT stärken.
Die Schule fördert einen respektvollen und von gegenseitiger Unterstützung geprägten Umgang miteinander.

Partizipation – schulische Mitbestimmung durch Kinder
Im Sinne eines demokratischen Miteinanders setzen wir auf Partizipation und beziehen unsere Schüler:innen größtmöglich in schulische Entscheidungsprozesse mit ein.
So erfahren die Kinder, dass auch sie ein Mitspracherecht haben und lernen auf kindgerechte Art, wie Demokratie funktioniert.

6. Ansprechstellen und Beschwerdestrukturen
Interne Ansprechstellen bei bestimmten Fragen und Problemen
Die Schüler:innen unserer Schule sowie die Eltern können sich mit Fragen und Problemen an die Klassenleitung und die Schulsozialarbeiterin wenden.
Bei Beschwerden seitens des multiprofessionellen Teams können die Schulleitung, die OGS-Leitung oder aber auch die Schulsozialarbeiterin kontaktiert werden.
Externe Ansprechstellen (in Hamm)
Schulberatungsstelle für die Stadt Hamm (SBH)
Die Schulberatungsstelle für die Stadt Hamm (SBH) ist eine gemeinsame Einrichtung des Landes Nordrhein-Westfalen und der Stadt Hamm. Alle am Schulleben Beteiligte können sich zu ihren schulbezogenen Fragestellungen beraten lassen.
Die Beratung ist kostenfrei, vertraulich, freiwillig und unabhängig.
https://www.hamm.de/sbh/ueberblick
Stadthausstraße 3
59065 Hamm
Fon: 02381 17-5061
Fax: 02381 17-106088
Jugendamt für die Stadt Hamm
Die Stadt Hamm unterhält ein leistungsstarkes Jugendamt. Die Organisation des Amtes ist darauf ausgerichtet, rat- und hilfesuchende Bürgerinnen und Bürger schnell, flexibel und möglichst unbürokratisch in ihren Anliegen zu unterstützen. Für Kinder, Jugendliche und ihre Eltern existiert ein differenziertes und auf unterschiedliche Bedürfnisse ausgerichtetes Beratungs-, Betreuungs- und Freizeitangebot.
https://serviceportal.hamm.de/suche/-/egov-bis-detail/einrichtung/271/show
Allgemeiner Sozial Dienst (ASD) Hamm Mitte
Der Allgemeine Soziale Dienst des Jugendamtes ist in Regionalteams aufgeteilt, die in den jeweiligen Stadtbezirken verortet sind. Dadurch sind die Wege möglichst kurz und Erreichbarkeit gewährleistet. Bei Beratungs- und Hilfebedarfen stehen die Teamleitungen der Regionalteams als erste Ansprechpersonen zur Verfügung.
https://serviceportal.hamm.de/suche/-/egov-bis-detail/einrichtung/325/show
AWO UB Ruhr-Lippe-Ems
Die AWO Kreisverbände Hamm, Unna und Warendorf stellen verschiedene Beratungsstellen zur Verfügung.
In jeder Lebensphase, unabhängig ob im Berufs- oder Privatleben, können Situationen entstehen, in denen man auf Beratung und Hilfe angewiesen ist. In diesen Situationen wird mit umfassenden Beratungsangeboten unterstützt. Fachleute stehen zu Gesprächen zur Verfügung und erbringen bzw. vermitteln auf Wunsch weitere Unterstützungsleistungen.
https://awo-rle.de/unsere-angebote/beratungsdienste
Beratungsstelle bei sexualisierter Gewalt der Outlaw gGmbH Hamm Mitte
Auf der Website findet man ein Kontaktformular. Bei Kontaktanfragen setzt sich jemand innerhalb von 48 Stunden in Verbindung.
Außerdem findet man auf der Website Telefonnummern zu den Ansprechpartnerinnen und -partnern. Telefonisch sind sie montags bis freitags von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr erreichbar.
https://www.outlaw-ggmbh.de/einrichtung/beratungsstelle-bei-sexualisierter-gewalt
Beratungsstelle für Eltern, Jugendliche und Kinder der Stadt Hamm
„Wir unterstützen Familien…
- wenn das Zusammenleben schwierig ist
- wenn Eltern Unterstützung für sich oder im Umgang mit ihren Kindern brauchen,
- wenn Kinder in der Schule oder im Kindergarten nicht zurechtkommen,
- wenn Jugendliche Schwierigkeiten mit sich selbst, zu Hause oder mit Freund*innen haben.
Darüber hinaus beraten wir pädagogische Fachkräfte anderer Einrichtungen, wie beispielsweise Kindergärten und Schulen.“
https://www.hamm.de/erziehungsberatung
Beratungsstelle für Eltern, Kinder & Jugendliche der Caritas Hamm
„Als Mitarbeitende der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche nehmen wir uns Zeit, mit Ihnen gemeinsame Lösungswege zu finden, um belastende Situationen besser meistern zu können. Dabei beziehen wir aktuelle Lebenswelten, Wünsche und Bedürfnisse aller Beteiligten mit ein.“
Außerschulisch (überregional)
Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch
0800 2255530
Das Hilfe-Telefon berät anonym, kostenfrei und mehrsprachig.
Nicht besetzt an bundesweiten Feiertagen und am 24. und 31. Dezember.
Telefonzeiten
Mo.: 09.00 bis 14.00 Uhr
Di.: 15.00 bis 20.00 Uhr
Mi.: 09.00 bis 14.00 Uhr
Do.: 15.00 bis 20.00 Uhr
Fr.: 09.00 bis 14.00 Uhr
Hilfe-Telefon Berta
0800 3050750
Beratung bei organisierter sexualisierter und ritueller Gewalt.
Telefonzeiten
Di.: 16.00 bis 19.00 Uhr
Mi. & Fr.: 09.00 bis 12.00 Uhr
Hilfeportal Sexueller Missbrauch
„Hilfe suchen, Hilfe finden – mit dem bundesweiten ‚Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch‘ möchten wir erreichen, dass alle Menschen beim Thema sexueller Missbrauch die für sie passende Unterstützung finden. Das Hilfe-Portal ist ein Angebot der Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs. Es bietet viele Informationen zum Thema und unterstützt dabei, Hilfe- und Beratungsangebote vor Ort zu finden – aber auch online oder telefonisch.“
https://www.hilfe-portal-missbrauch.de/startseite
Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindermissbrauchs
Die Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) ist das Amt der Bundesregierung für die Anliegen von Betroffenen und deren Angehörigen, für Expertinnen und Experten aus Praxis und Wissenschaft sowie für alle Menschen in Politik und Gesellschaft, die sich gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen engagieren.
https://beauftragte-missbrauch.de/
N.I.N.A. e.V.
Hilfe und Beratung für Betroffene, für Fachkräfte, für besorgte Menschen aus dem sozialen Umfeld, für Kinder und Jugendliche. Auf der Seite gibt es eine Online Beratung, falls lieber geschrieben werden möchte.
Initiative „Kein Kind alleine lassen“
Auf www.kein-kind-alleine-lassen.de finden Erwachsene Materialien zum Teilen und Verbreiten, sowie Informationen zum richtigen Verhalten bei einem Verdacht auf sexuelle und andere familiäre Gewalt im Umfeld. Der Bereich für Kinder und Jugendliche bietet Direktkontakt per Chat, Mail oder Telefon zu Hilfeangeboten. Kinder finden hier auch Tipps, was sie tun können, wenn sie von Gewalt bedroht sind.
Stand 14.01.2026